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Wie wählt man einen Schlitzkanal für eine Produktionshalle – Kompletter Leitfaden

Die Auswahl eines Schlitzkanals für eine Produktionshalle ist eine Entscheidung für Jahre – sie beeinflusst die Sicherheit der Mitarbeiter, die Kosten für die Bodenpflege und die Einhaltung der HACCP-Normen. In diesem Leitfaden zeigen wir Schritt für Schritt, wie man die optimale lineare Entwässerung auf Basis von fünf wichtigen technischen Parametern auswählt.

Die Auswahl eines Schlitzkanals für eine Produktionshalle ist eine Entscheidung für Jahre – sie beeinflusst die Sicherheit der Mitarbeiter, die Kosten für die Bodenpflege und die Einhaltung der HACCP-Normen. In diesem Leitfaden zeigen wir Schritt für Schritt, wie man die optimale lineare Entwässerung auf Basis von fünf wichtigen technischen Parametern auswählt.

Was ist ein Schlitzkanal und wann wird er eingesetzt

Schlitzkanal ist ein lineares Entwässerungssystem mit schmalem Einlaufschlitz (8 bis 30 mm Breite), der Oberflächenwasser über die gesamte Länge des Elements sammelt. Im Gegensatz zu klassischen Rinnen mit offenem Rost ist der Schlitz schmal genug, um keine Gefahr für Gabelstapler, Paletten oder Räder darzustellen – und leitet gleichzeitig die erforderliche Wassermenge ab.

Wir setzen sie dort ein, wo:

  • Die Fläche befahrbar sein muss – Lagerhallen, Produktionshallen mit internem Transport
  • Ästhetik wichtig ist – Galerien, Industrie-Lobbys, Showrooms
  • Hygiene gefordert ist – Lebensmittelindustrie, Pharmaindustrie (HACCP)
  • Der Boden glatt ist – Harz-, Keramik- oder polierte Betonböden, bei denen ein breiter Rost optisch stören würde

Fünf Parameter, die Sie vor der Auswahl kennen müssen

1. Belastungsklasse (A15 → F900)

Die Belastungsklasse des Schlitzkanals gibt die maximale statische und dynamische Belastung an, die der Kanal ohne Verformung aushält. Die Norm EN 1433 definiert 6 Klassen:

  • A15 — Gehwege, Radwege (15 kN)
  • B125 — Fußgängerzonen, Fahrradparkplätze (125 kN)
  • C250 — Bordsteine, Pkw-Parkplätze (250 kN)
  • D400 — Straßen, Rangierflächen, leichte Produktionshallen (400 kN)
  • E600 — Bereiche mit Gabelstaplern (600 kN)
  • F900 — Flughäfen, schwere Hallen mit Lkw-Verkehr (900 kN)

Für eine typische Produktionshalle mit Gabelstaplern bis 5 Tonnen wählen wir Klasse D400 oder E600. Schwere Hallen (Maschinenmontage, Stahlager) — F900.

2. Material — V2A oder V4A

Schlitzkanäle aus Edelstahl stellen wir in zwei Qualitäten her:

V2A (1.4301 / AISI 304) — Chrom-Nickel-Edelstahl für die meisten Anwendungen:

  • Allgemeine Produktionshallen
  • Trockene Lager
  • Mechanische Werkstätten
  • Brauereien mit kontrolliertem pH-Wert

V4A (1.4404 / AISI 316L) — mit Molybdän-Zusatz, chemisch beständig:

  • Bereiche mit Chlor (industrielle Becken, Nasszonen)
  • Lebensmittelverarbeitung (Kontakt mit Sole, organischen Säuren)
  • Pharma, chemische Labore
  • Hallen mit Straßensalzbelastung

Entscheidung: Bei aggressiven Medien (Salz, Chlor, Säuren) → V4A. Im Zweifel ist V4A die sicherere Langzeitwahl.

3. Ablauf

Jede Kanalstrecke endet mit einem Ablauf, der den Kanal mit dem Kanalsystem verbindet. Auswahl:

  • Auslaufdurchmesser (DN 100 / 150 / 200) — muss den Q-Wert des Kanals übertreffen
  • Horizontal oder vertikal — je nach Verlauf der Installation unter dem Boden
  • Mit oder ohne Geruchverschluss — zur Vermeidung von Geruchsrückstau

Das vollständige Ablaufprogramm finden Sie auf der Seite für professionelle Abläufe.

Häufige Fehler bei der Auswahl

Fehler 1: Zu niedrige Belastungsklasse

Häufiger Fall: Ein D400-Kanal wird in einer Halle eingebaut, in der später intensiver Verkehr mit 7-Tonnen-Staplern stattfindet. Nach einem Jahr — Verformungen, gerissener Boden, Reparaturkosten deutlich höher als die Mehrkosten für eine höhere Klasse. Besser eine Klasse höher wählen als exakt passend.

Fehler 2: Unterschätzte Durchflussmenge

Die zweithäufigste Fehlplanung ist die Auslegung nur für „normalen“ Regen ohne Berücksichtigung von Nassreinigung (Hochdruckreiniger, CIP-Reinigung). In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie erzeugt der Reinigungszyklus 3–5-mal mehr Wasser als Regen.

Fehler 3: V2A in feuchten, chemisch belasteten Bereichen

Die scheinbare Einsparung durch V2A statt V4A rächt sich durch Lochfraßkorrosion nach 12–24 Monaten. Regel: Bei Kontakt mit Chlor, Säuren oder Salz → V4A wählen.

Fehler 4: Fehlendes Gefälle

Das Standardgefälle beträgt 0,5–1,0 % zum Ablauf. Ohne Gefälle steht Wasser, Bakterien vermehren sich, Geruch entsteht. Gefälle kann erreicht werden durch:

  • Fabrikfertig vorgefertigte Kanäle mit integriertem Gefälle (beste Lösung)
  • Fachgerechte Verlegung in entsprechend profiliertem Boden

Wartung: Monatlich — Schlitz reinigen (bei Verstopfung), Kanal mit Wasser durchspülen. Jährlich — Ablauf reinigen.

Zusammenfassung – Checkliste für Planer

Bevor Sie einen Schlitzkanal bestellen, sollten Sie Antworten auf diese 5 Fragen haben:

  1. Welche Belastungen herrschen in der Zone? (Klasse A15–F900)
  2. Welches Medium fließt ab? (Wasser → V2A, Chemie → V4A)
  3. Wie viel Wasser pro Sekunde muss aufgenommen werden? (Durchfluss Q)
  4. Welche Schlitzbreite passt zur Zone? (Ästhetik vs. Durchfluss)
  5. Welcher Ablauf (Lage, Durchmesser)?

Angebot von B&K Group

Wir fertigen Schlitzkanäle aus Edelstahl in allen Belastungsklassen und Materialien. Neben Katalogprodukten realisieren wir auch Sonderkanäle nach Projektunterlagen (DWG, DXF, STEP).

Das komplette Entwässerungssystem umfasst auch Abläufe, Schächte, Abdeckungen und Drainwannen – alles aus einer Hand mit garantierter Maß- und Materialübereinstimmung.

Kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular – wir unterbreiten Ihnen innerhalb von 2–3 Werktagen ein Angebot und eine technische Lösung.